Samstag, 8. Dezember 2012

Noch ein Versuch für das 1.000 km FAI Diplom

07.12.2012
Heute soll es richtig krachen. Die Wettervorhersagen sind hervorragend.
Die PFD (potentielle Flug Distanz), die heute erreicht werden kann.
Die dunkelbraunen Gebiete sagen 1.000 km voraus.
Also schreibe auch ich einen 1.000 km Flug um drei Wenden (FAI Diplom) aus.
Der erste Schenkel liegt im Nordosten. Es ist das Radioteleskop Gollschau. Als zweiten Punkt wähle ich einen freien Punkt, ca. 60 km nordöstlich von Keetmannshop. Dann auf gleicher Linie zurück bis Schlipp-Kalkrand 01. Dann zurück nach Bitterwasser.

Die Tagesaufgabe
Der Start erfolgte um 11:11 lok. etwas spät, da erst noch umgebaut werden musste. Alle Flugzeuge standen auf der Piste 27, dann drehte der Wind und wir mussten nach 09.
Nach dem Start gab es bereits Wolken und ich kam gut voran bis zur ersten Wend Gollschau. Ein Schnitt von 115 km/h über diese 170 km war für den frühen Tag gut.
Es folgte der zweite und längste Schenkel. 407 km. Wenn man bedenkt, dass die Luftlinie Berlin-Frankfurt 420 km sind und ich diese Strecke mit einem Segelflugzeug fliegen will. Es ist schon toll. Auf diesem Schenkel flog ich einen Schnitt von 143 km/h. Ich war also sehr gut im Zeitplan.
Auf dem dritten Schenkel, zurück nach Schlipp kam es aber anders. Südwestlich von Mariental hatte sich ein Gewitter gebildet. Davon war in den Wettervorhersagen nichts gesagt worden. Was sollte ich tun. Sollte ich westlich oder östlich umfliegen. Ich habe mich für die östliche Umfliegung entschieden, was sich später als Fehler herausstellte. Ich habe dann im Lee des Gewitters ziemlich kämpfen müssen um noch nach Bitterwasser zu kommen.

Andere Piloten sind im Westen geflogen und erzählten abends von einer sehr schönen Konvergenz. Schade, das wäre es gewesen. Aber.....

OLC: 977 km
Flugzeit: 8h 11'
Hier der Flug: http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=2793252

Ein geruhsamer Tag und ein kurzer Flug

06.12.2012
Die Vorhersage war für heute nicht berauschend. Morgen soll DER Tag sein. Also habe ich es heute langsam angehen lassen.
Um 13:29 Uhr lok., also nach dem Mittagessen, bin ich gestartet. Es ging sofort sehr gut. Erst nach Nordwesten bis Rehoboth, dann Richtung Süden. In Höhe Maltahöhe hörte ich im Funk, dass Bitterwasser Regen meldete. Um mir Optionen offen zu halten bin ich umgedreht. In Kalkrand musste ich dann parken, um den Schauer über Bitterwasser hinweg ziehen zu lasssen.
OLC: 425 km
Flugzeit: 3h 44'

Hier der Flug: http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=2792609

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Ein Tag nach meinem Geschmack

05.12.2012
Das war heute so richtig ein Tag, wie ich ihn mag. Ausgeschlafen, Frühstücken, Briefing, Trödeln und Emails lesen, in Ruhe den ARCUS an den Start bringen, Mittagessen und um 14:00 Uhr lok. starten.

Anfangs war die Thermik noch etwas zerrissen. Deshalb habe ich auf dem ersten Schenkel für die 168 km  in Richtung SWA Knie auch nur einen Schnitt von 98 km/h geflogen. Aber dann ging es los. In dem guten Wetter im Osten bin ich super voran gekommen und habe über grosse Strecken über 180 km/h Schnitt geflogen.

Auf dem Heimweg standen dann allerdings Regenschauer im Weg. Es wurde sehr spannend. Aranos war zwar frei und gut erreichbar, aber dort übernachten??? Ich entschied mich, südlich auszuweichen und zu Versuchen dort irgendwie nach Hause zu kommen.


Sehr dunkel und viel Regen in der Luft.
Irgendwie muss ich da durch
Ich schaffte es mit nur ein wenig Regenkontakt, die Temperatur war um die Null Grad und es besteht dabei die Gefahr von Vereisung, durch die Schauer zu kommen.

Als ich in Höhe Marienthal durch den Regen durch war, bot sich mir ein fantastisches Bild. Eine Konvergenzlinie, so weit das Auge reichte.

Der Hardap Damm bei Marienthal glitzert.
Also muss dort Sonne sein.

Geschafft! Die Konvergenzlinie nach Norden.

Und die Konvergenzlinie in Richtung Süden
Diese Konvergenz bin ich dann noch nach Norden "hochgedüst".

Es war ein unheimlich schöner und spannender Flug. Es ist schön hier in Namibia zu sein.

OLC: 609,9 km
Flugzeit: 4h 56'
Hier der Flug:
http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=2792182

Dienstag, 4. Dezember 2012

Immer noch viel Wind

04.12.2012
Eine gute Wetterperiode bahnt sich an. Heute war es noch schweirig, da im Westen bis zu 50km/h Wind wehte. Aber es war ein schöner Flug. Anfangs sehr schwierig. An der Derm-Pfanne und in Gravenstein hatte ich schwer zu kämpfen. Am Nachmittag wurde es dann aber richtig gut. Nach 6h 32' reichte es mir und ich bin früh genug gelandet um nicht gegen die untergehende Sonne auf der 27 landen zu müssen. Der Wind kam mit 25 Knoten aus 270 Grad.

OLC: 626 km

http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=2791377

Palmenpflanzung von Rene und Sebastian

03.12.2012
Für heute ist reine Blauthermik angesagt. Für mich die Gelegenheit mal wieder eine Pause einzulegen. Das war ganz gut, konnte ich doch gleich ein Problem bei einem meiner Kunden per Fernwartung lösen.

Am Abend gab es zwei Palmpflanzungen. Mehr hierzu unter www.bitterwasser.com.

Montag, 3. Dezember 2012

Sehr viel Wind

02.12.2012
Die Wettervorhersage war recht gut. Also doch nochmal ein Versuch das 1.000km FAI Diplom zu erfliegen. Hierfür gilt, der Flug muss einsitzig und um drei vorher festgelegte Wendepunkte gemacht werden.

Guy Bechhold (einer der sehr guten Piloten), sein Ziel ist es dieses Jahr die Weltrekorde von Sigi Baumgartl über 500km und 750km zu brechen, hat mir eine Streckenempfehlung gegeben. Er meinte, es wird sich eine Linie von Wolken bilden und deshalb wäre eine JoJo Streckenführung die Beste. Ich habe also einen Punkt im Südosten zwischen Buitepass Süd und Mata Mata, dann hoch in den Nordwesten nach Gravenberg, zurück in den Südosten nach Wandervogel und zurück nach Bitterwasser gewählt.

Alle wollten heute fliegen. Es standen 21 Flugzeuge am Start. Das macht in Bitterwasser keine Probleme, alle stehen nebeneinander.

21 FLugzeuge am Start, alle nebeneinander
Die Temperatur stieg nicht so schnell an wie erhofft, Sodass sogar die Cracks noch nicht gestartet waren als ich mit der 8F in die Pfanne kam.

Reinhard Schramme (rechts) und Armin Behrendt
Um 11:11 lok. bin ich gestartet. Es war noch alles blau. Ich bin dann sehr mutig mit einer maximalen Höhe von 3.000m sehr tief geflogen. Auf dieser Abflugstrecke gibt es zum Glück viele Landemöglichkeiten.
Der Wind war stark und blies mich Richtung Wende. Die Bärte waren durch den Wind zerrissen und unrund. Ich brauchte bis kurz vor die erste Wende 17 Bärte und 8 Versuche, was ein mieses mittleres Steigen von 1,5 m/s brachte.

Im Nordosten konnte ich sehr weit weg, ca. 50 bis 60km entfernt, sehr schöne Wolken sehen. Aber meine Aufgabe war ja die Wende im Südosten.

Als ich die erste Wende umrundet hatte kam der schwerste Teil des Fluges. Gegen den Wind, der mittlerweile bis zu 47 km/h stark war, ankämpfen. Ich entschloss mich die Aufgabe zu beenden, ich war weit ausserhalb meines Zeitplanes, und an die sehr weit entfernten Wolken zu fliegen.

Die Wolken im Norden. 65km entfernt. Ich brauchte eine Stunde um dort hin zu kommen.

An den Wolken angekommen ging es wieder fantastisch. Ich flog 43 Minuten nur geradeaus. Genau gegen den Wind. Das brachte mich 100km voran.

Der blaue Windpfeil im Display zeigt Windrichtung und Stärke
47hm/h genau von vorne
 Da meine Aufgabe für heute nicht erfüllbar war und ich nicht zu weit ins Lee von Bitterwasser fliegen wollte beendete ich den Flug 1h 20' vor Sonnenuntergang.

Die Landung bei ca. 50km/h Wind war dann nochmal spannend, aber bei der grossen Pfanne kein Problem.

Alles in allem ein anstrengender Flug. Ich musste viel kämpfen, aber schön war es doch. Den anderen Piloten ging es übrigens nicht viel besser. Alle hatten heute mit der Thermik Probleme. Es war halt zu viel Wind.

Hier der Flug:
OLC:  674km
Flugzeit: 6h 58'
http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=2790209


 



Samstag, 1. Dezember 2012

Grosses Fest in Hoachanas

01.12.2012
Die Wettervorhersagen waren heute Morgen sehr pessimistisch. Es bestand die Gefahr, dass Bitterwassser sehr früh durch Schauer und Gewitter unfliegbar würde.
Einige Piloten sind an den Pool gegangen, andere haben am PC gearbeitet und wieder andere sind geflogen. Das Ergebniss zeigt, in Bitterwasser kann man eigentlich immer fliegen. Aber schöner ist es natürlich bei hoher Basis und ohne Gewitter. Hier alle Flüge von Bitterwasser:
http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightsOfAirfield.html?aa=BITTE1&st=olcp&rt=olc&c=C1&sc=&sp=2013

Da für Morgen sehr gutes Wetter voraus gesagt wird, habe ich den Tag genutzt und bin zu meiner Patenfamilie nach Hoachanas gefahren. In Hoachanas war heute ein Fest zu Ehren des Bürgermeisters, der jetzt 50 Jahre!!! im Amt ist. Dafür kam sogar ein Minister aus Windhoek per Hubschrauber, einem nagelneuen Eurocopter EC135, eingeflogen. Der Hubschrauber parkte an der Polizeistation. Blasmusik und Reitergruppen waren vorhanden. Meine Patenkinder haben mich für den Abend zur "Disco" eingeladen. Ich werde aber nicht hinfahren, da ich morgen, den guten Tag, fliegen möchte. Vielleicht wird es ja ein Palmenflug.



Freitag, 30. November 2012

Pause

30.11.2012
Für den frühen Nachmittag sind Schauer angesagt. Da wir in den letzten Tagen sehr viel geflogen sind finde ich eine Pause richtig.
Ich vermute zwar, dass heute wieder einige 1.000km fliegen werden, aber die Gefahr, dass Bitterwasser zu geht und man in Marienthal (60 km südlich) landen und übernachten muss motiviert mich, nicht zu fliegen. Es gilt zu Bedenken: Wir sind in Afrika und auf dem Flugplatz Marienthal wird wahrscheinlich kein Mensch sein. Bis in die Stadt ist es ein strammer Fußmarsch. Einen Koffer mit frischer Wäsche ist auch nicht an Bord. Also Pause, Blog schreiben, Emails beantworten usw.

Erster Flug von Klaus Reinhold auf einem ARCUS

29.11.2012
Klaus Langelüddeke hat gestern Abend die Information bekommen, dass die Piloten von  Air Namibia den Streik beendet haben und er heute doch seinen Rückflug antreten kann. Tschüss Klaus, es hat sehr viel Spaß mit Dir gemacht.

Ein anderer Klaus, Klaus Reinhold, ein Fliegerkollege aus Münster, den ich schon seit vielen Jahren kenne, war heute mein Co-Pilot. Klaus hatte noch keinen ARCUS geflogen und war sehr gespannt, wie sich der ARCUS im Gegensatz zu seinem Langohr ASH25-EB28 fliegen wird. Vorweg gesagt, Klaus war begeistert. Das Langohr 2i steht übrigens jetzt zum Verkauf an.

Es waren für den Spätnachmittag Regenschauer angesagt. Deshalb sind wir nicht so weit weg geflogen und nach 5h 44‘ und 660 km wieder gelandet. Zum Glück hat man in Bitterwasser ja 360 Landerichtungen und so ist eine Landung bei 40 bis 60 km/h Wind kurz vor einem Sandsturm gut beherrschbar.

Hier der Flug:

Klaus Reinhold warm eingepackt.
Höhe 4.300m, Aussentemp. 0° C

1.100 OLC km und doch noch mal mit Klaus

28.11.2012
Klaus Langelüddeke konnte gestern nicht abreisen, da die Piloten von Air Namibia streiken. Sein Glück! Konnte er also heute nochmals 8F fliegen. Klaus saß heute hinten.

Heute war ein sehr guter Tag. Beim Briefing wurde schon sehr gutes Wetter voraus gesagt.


Die potentielle Flugdistanz als Forecast. BIT ist Bitterwasser.
Die tiefbraunen Gebiete sollen für 1.000km gut sein.
Wir sind, für meine Verhältnisse, sehr früh gestartet (10:56 lok). Es ging Richtung Nordwesten nach Gollschau. Noch Blau sind wir recht ordentlich voran gekommen, wobei keine Euphorie aufgekommen ist.
Ohne Wolken Richtung Gollschau
In Gollschau sind wir dann Richtung Süden abgedreht, die Namib Berge entlang. Ich finde diese Strecke die landschaftlich schönste Strecke. Diese „Mondlandschaft“ unter einem, die Einschnitte und Verwerfungen der Landschaft sind einfach einmalig. 305 km sind wir in Richtung Süden geflogen. Hinter Hellmeringhausen, auf dem Weg nach Zuuberg sind wir regelrecht abgestürzt. Irgendwie haben wir nicht die Aufwindspur gefunden und sind nur durch Sinken geflogen. Als wir dann doch wieder Steigen gefunden hatten, sind wir umgedreht und die Namib nochmals hoch geflogen. Dieses mal jedoch deutlich westlicher. Soweit westlich bin ich noch nie geflogen. Die Einblicke in die Sandwüste Namib sind unvergessliche Eindrücke, für die es sich lohnt hier gewesen zu sein.



Die Namib Berge mit der Namib Wüste.
Zwischen der Bergen ist alles Sand.
Auf dem Weg Richtung Norden zum Gamsberg waren wir sehr gut im Zeitplan um abends die 1.000 km auf dem Zähler zu haben. Es ging traumhaft bis zum Gamsberg, den ich so nahe und so tief noch nie gesehen habe.
 
Gamsberg
Am Gamsberg (190km von Zuhause) war der neue Kurs Bitterwasser. Wir wussten, dass wir Bitterwasser noch um 40km überfliegen mussten um die 1.000 km zu erreichen. Die Thermik baute jetzt, am Abend, zwar langsam ab, aber wir kamen so gut voran, dass wir eine Stunde vor Sonnenuntergang an Bitterwasser vorbei waren und der OLC Zähler 1.007 km anzeigte.

1.000 km geschafft. Was für ein Gefühl!!
Jetzt hatte uns der Ehrgeiz gepackt. Wir hatten bis hier hin ja erst vier von sechs möglichen Schenkeln geflogen und da wir noch eine Stunde Zeit hatten, sollten doch auch 1.100 km drin sein. Wir sind dann jede mögliche Wolke abgeflogen und haben noch die Schenkel fünf und sechs geflogen.

Zwei Minuten vor Sonnenuntergang sind wir dann glücklich und erschöpft nach 8 Stunden und 19 Minuten Flugzeit gelandet. Am Ende waren es dann 1.103 km.

Das anschließende Bier schmeckte fantastisch,  auch wenn es sofort stock dunkel war und wir im Dunkeln den ARCUS einpacken mussten.

Hier der Flug: